Ratgeber Erschütterungen

Monitoring für einen wirtschaftlichen und sicheren Bauablauf

Schäden vermeiden - Wohlbefinden erhalten

Erschütterungen im Baubetrieb werden durch den Baugrund auf benachbarte bauliche Anlagen übertragen und können dort Schäden verursachen. Solche Schäden können von konstruktiv unschädlichen „architektonischen“ Rissen bis zu erheblichen Rissbildungen mit Beeinträchtigung der Standsicherheit eines Bauteils reichen. Daneben können Erschütterungen ebenfalls die Gesundheit und das Wohlbefinden beeinflussen.

 

Was sind mögliche Quellen für Erschütterungen?

  • Einbringen von Spundwänden
  • Verdichten mit Rüttelplatte, Walzen, etc.
  • Abbrucharbeiten (Meißeln, Abbruchhammer, herunterfallende Bauteile, etc.)
  • Schienen- und Straßenverkehr
  • Bohrungen
  • Lockern von Fels
  • Sprengungen

 

Unter welchen Bedingungen ist eine Erschütterungsüberwachung ratsam?

Eine Erschütterungsüberwachung sollte hauptsächlich dann erfolgen, wenn der Abstand von schützenwerten Bauwerken zu erschütterungsintensiven Arbeiten weniger als 30 Meter beträgt. Diese Kenngröße kann zwar durchaus hilfreich sein, jedoch ist der Abstand der zu schützenden Bauwerke und ggf. auch der darin befindlichen Menschen abhängig von der Bauwerksart und deren Zustand. Bei Gebäuden/Bauwerken, die als sehr erschütterungsempfindlich gelten wie z. B. Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, Serverräume, Krankenhäuser etc. können auch bereits durch geringe Erschütterung Immissionen entstehen. Dasselbe gilt für Gebäude mit Vorschädigungen oder die Einwirkungen auf erschütterungssensible Anwohner. Es empfiehlt sich, die Situation und das Schadensrisiko – vor allem bei größeren Bauprojekten – individuell zu bewerten.

 

Welche Vorteile bietet eine Erschütterungsüberwachung?

Ein anforderungsgerechtes Messkonzept kann primär helfen, Schäden an Bauwerken zu vermeiden. Eine umgehende automatische Alarmierung der Messsysteme (per SMS oder E-Mail) bei Überschreitung der Anhaltswerte stellt sicher, dass mögliche auftretende Überschreitungen frühzeitig erkannt werden und zeit- und kostensparende, nachhaltige Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Sekundär dient die Dokumentation der Messergebnisse auch zur Beweissicherung entstandener Schäden.

Eine kontinuierliche Überwachung stellt dabei auch den Schutz von Anwohnern bzw. Menschen in umliegenden Gebäuden sicher. Bei Bauprojekten geht mit der Erschütterungsimmission meist auch eine Lärmbeeinträchtigung einher.

 

Nach welchen Kriterien können Erschütterungsimmissionen beurteilt werden?

Die Beeinträchtigung von Menschen durch Erschütterungen kann von verschiedenen Faktoren wie der Stärke der auftretenden Erschütterungen, der Frequenz, der Einwirkungsdauer, der Häufigkeit und Tageszeit des Auftretens und der Art und Betriebsweise der Erschütterungsquelle abhängig sein. Mit der DIN 4150 Teil 2 Einwirkungen auf Menschen in Gebäuden kann eine gesundheitliche Belastung in Hinblick auf physiologische Veränderungen oder das Wohlbefinden beurteilt werden.

Zur Beurteilung der Erschütterungseinwirkungen auf bauliche Anlagen werden die maximalen Schwinggeschwindigkeiten mit den Anhaltswerten der DIN 4150-3 Einwirkungen von Erschütterungen auf Gebäude verglichen. Dabei unterscheidet die DIN 4150-3 zwischen kurzzeitigen Erschütterungen und Dauererschütterungen. Damit lässt sich feststellen, ob die Erschütterungen in ihrer Dauer, Intensität und Häufigkeit negativ auf den Bauzustand des Gebäudes einwirken.

Darüber hinaus können auch gerätespezifische Anforderungen (Server, Messgeräte etc.) als Grundlage für eine Beurteilung gelten.

 

Was tun, wenn Erschütterungsschäden entstehen?

Oftmals stellen Eigentümer Zustandsveränderungen an ihrem Objekt erst nach externen Einflüssen wie Erschütterungen durch einen benachbarten Baubetrieb fest.

Eine zuverlässige Beweissicherung vor Baubeginn mit Schadensdokumentation stellt eine wichtige Grundlage für eine beidseitige Sicherheit dar und schafft zudem die Voraussetzung für eine effektive Schadensregulierung, die kritische Streitigkeiten vermeidet.

Um jedoch Schäden gänzlich zu vermeiden, sollte bereits während des Baubetriebes auf zu hohe Schwinggeschwindigkeiten reagiert werden. In den meisten Fällen helfen dabei beispielsweise bereits geringe Änderungen/Umstellungen des Bauverfahrens oder die Verwendung anderer Baumaschinen.

 

 

Wie können Erschütterungen bereits in der Planungsphase vermieden werden?

Mithilfe von Erschütterungsprognosen und Probemessungen können bereits im Vorfeld zu erwartende Erschütterungsimmissionen bestimmt werden. So kann das Bauverfahren anforderungsgerecht abgestimmt und die zu verwendenden Baugeräte festgelegt werden.

Die Erschütterungsprognose kann daneben auch dazu dienen, den durch eine Beweissicherung effektiv zu erfassenden Bereich um eine Baumaßnahme festzulegen.

 

Wie kann ein sinnvoller Erschütterungsschutz gestaltet werden?

Bereits bei der Planung sind geeignete Bauverfahren zu wählen, um die Anhaltswerte der DIN 4150 einhalten zu können.

Während der erschütterungsintensiven Arbeiten sollte ein begleitendes Erschütterungsmonitoring mit einer definierten Alarmierungskette veranlasst werden.

Zusätzlich wird zur Feststellung von Schäden, welche nicht auf die Erschütterungseinwirkung zurückzuführen sind, ein Beweissicherungsverfahren vor Beginn und nach Beendigung der Baumaßnahme zur Abgrenzung von Alt- und Neuschäden empfohlen.

 

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